5 wissenswerte Fakten zu Europaletten

EPAL Europaletten

Wenn es ein Produkt aus der Logistik gibt, das wohl jeder kennt – ob Fachmann oder Laie – ist es die Europalette. Schließlich dient sie nicht nur als Ladungsträger, sondern wird mittlerweile auch zum Möbelbau verwendet. Aber was zeichnet sie aus und wieso ist sie so beliebt?

1) Diese Vorteile bieten Europaletten

1.200 x 800 mm: Wer in der Logistik diese Maße hört, denkt sofort an eine Europalette, hat sie doch unter anderem mit diesen Maßen die Welt des Transports in den 1960er Jahren revolutioniert. Über 500 Millionen solcher Paletten sind derzeit weltweit im Einsatz – und das aus gutem Grund: Der Ladungsträger ist robust und belastbar, vereinfacht durch seine normierte Bauweise sowie das Tauschsystem die Prozesse in der Logistik und schont darüber hinaus als Mehrwegprodukt aus Holz die Umwelt. Da Europaletten nach ganz bestimmten Vorgaben hergestellt und auf ihre Qualität geprüft werden, sind sie ein sehr verlässlicher Holzladungsträger.

Effiziente Abläufe in der Logistik

EuropaletteSo sind die Tauschpaletten aus Industrie und Logistik auch nicht mehr wegzudenken, denn sie sorgen für effiziente Abläufe. Durch den Tausch müssen die Paletten bei der Anlieferung nicht direkt abgeladen werden, es entsteht so keine Wartezeit bzw. müssen die Ladungsträger nicht extra zurücktransportiert werden. Zudem sind auch Regale oder Transportmittel wie LKW oder Binnencontainer auf das Europalettenmaß abgestimmt. Im Laderaum von LKW steht beispielsweise in der Regel eine Breite von 2,40 Metern zur Verfügung. Diese Grundfläche lässt sich genau mit zwei quergestellten oder drei längsgestellten Paletten füllen. Beim anschließenden Einlagern punkten die Ladungsträger ebenfalls: Sie sind für Förderbänder und Hochregallager geeignet, weil sie 4-seitig unterfahrbar sind.

Ideal für den Export

Europaletten eignen sich auch für den internationalen Waren- und Güteraustausch, da sie seit 2010 nach dem IPPC-Standard ISPM 15 behandelt sein müssen – eine Voraussetzung für den Export außerhalb der Europäischen Union. Durch das Erhitzen in einer Trockenkammer werden Holzschädlinge zerstört und können so nicht in andere Ökosysteme gelangen.

Ein umweltfreundlicher Ladungsträger

Zu guter Letzt schonen die Flachpaletten die Umwelt. Gefertigt aus Holz kommt ein nachwachsender Rohstoff zum Einsatz. Dass die Paletten dann in einem Mehrwegsystem verwendet werden, schont die Ressourcen, zumal sie auch repariert werden. Und haben sie tatsächlich ausgedient, lassen sie sich noch zu 100 % recyceln.

2) So kam es zu den Europaletten

Seinen Anfang nimmt die Erfolgsgeschichte in den 1960er Jahren. Damals einigten sich europäisch Eisenbahngesellschaften darauf, zukünftig ein tauschbares und genormtes Lademittel zu verwenden. Diese Entscheidung revolutionierte den Güterverkehr. Wurde zuvor je nach Größe der Güter Hohlraum «transportiert», wurde der Raum nun durch die einheitliche Größe optimal gefüllt.

Auch der Warenumschlag profitierte enorm. Bis dahin musste schließlich die Ladung erst einmal abgebalgt werden, damit der Ladungsträger zurückgegeben werden konnte. Nun konnte einfach getauscht werden. Die Ladezeiten verringerten sich so um bis zu 90 Prozent. Kein Wunder, dass die Bauweise schon Mitte der 1960er-Jahre patentiert wurde und sich seitdem auch außerhalb des Bahnwesens durchgesetzt hat.

3) Wann ist eine Palette eine Europalette?

Neue EPAL EuropaletteAber was genau macht eine Holzpalette zu einer Europalette? Das offensichtliste Kennzeichen ist die Größe von 1.200 x 800 mm, was einer Grundfläche von 0,96 m² entspricht – aber die haben auch andere Palettenarten. Deswegen gibt es noch einige weitere Merkmale, an denen Sie eine Europalette erkennen bzw. die sie erfüllen muss.

Zu den Merkmalen zählen:

  • Sie besteht aus 9 Holzklötzen und 11 Brettern mit ganz bestimmten Maßen, die mit Hilfe von 78 Spezialnägeln in einem ganz bestimmten Abstand verbunden werden. Baumkanten sind nicht zu sehen.
  • Sie wiegt ca. 25 Kilo und trägt eine dynamische Belastung von 1.500 kg und eine statische von 4.000 kg.
  • Sie ist nach IPPC / ISPM 15 behandelt und trägt das entsprechende Brandzeichen.
  • Sie kann als Vierwegpalette von 4 Seiten aufgenommen werden.
  • Sie ist aus einer von 17 festgelegten Holzarten gefertigt.

Wichtig ist außerdem, dass sie am linken und rechten Holzklotz den Einbrand «EPAL» aufweist. Dies bedeutet, dass sie den Richtlinien der European Pallet Association e.V. entspricht. Der Dachverband lizenziert und kontrolliert seit 1991 weltweit Hersteller sowie Reparateure und stellt so die gleichbleibende Qualität der Paletten sicher. Daneben gibt es noch Europaletten von anderen Zertifizierungsstellen bzw. Lizenzgebern für die Palettenherstellung. Eigentlich können diese Paletten auch untereinander getauscht werden, die EPAL rät allerdings mittlerweile davon ab (mehr dazu unten).

4) So werden Europaletten getauscht

Europoolpaletten ist eigentlich die vollständige Bezeichnung für die Ladungsträger. Denn sie sind Teil eines Palettenpools. Wer auf einer Europalette anliefert, kann diese mit dem Empfänger gegen leere tauschen.

Allerdings handelt es sich hier um eine individuelle Vereinbarung zwischen Sender und Empfänger, es besteht keine Tauschverpflichtung. Offiziell sind nur die Länder Frankreich, Niederlande, Österreich, Belgien, Luxemburg und Deutschland Teil des Tauschpools, aber auch in anderen Staaten ist diese Praxis üblich. In China gibt es beispielsweise ebenfalls Lizenznehmer von EPAL.

Palettenschein beim PalettentauschWichtig bei dem sogenannten «Zug-um-Zug-Tausch» ist es, die gleiche Qualität an Paletten zu tauschen und beispielsweise nicht für gebrauchte Paletten neuwertige herauszugeben. Sind Bretter beschädigt oder fehlen sogar und weist die Plattform nicht mehr alle Markierungen auf, sollte die Palette nicht angenommen werden. Zudem muss bereits bei der Auftragsvergabe die Anzahl der Ladungsmittel notiert und auf den Frachtpapieren vermerkt sein. Der Frachtführer quittiert nach dem Tausch diesen zudem noch.

Sollten keine Europaletten beim Empfänger zur Verfügung stehen, gibt es auch die Möglichkeit sie dem Spediteur abzukaufen. Handelt es sich um einen regelmäßigen Warenverkehr zwischen Partnern, bietet es sich alternativ an, ein Palettenkonto zu führen, das bei Gelegenheit ausgeglichen wird.

Wie schon oben erwähnt war es seit einer Vereinbarung aus dem Jahr 2014 üblich, EPAL-Paletten mit UIC/EUR-Paletten zu tauschen. Inzwischen rät EPAL aber davon ab, da sie die Qualität dieser Paletten nicht garantieren können und vor Fälschungen warnen. So empfiehlt EPAL als Übergangsfrist noch bis zum 31.12.2021 Paletten mit der Kennzeichnung UIC/EUR zu tauschen, aber nur wenn sie vor dem 28.2.2017 unter Einhaltung bestimmter UIC-Merkblätter hergestellt wurden.

5) Diese Qualitäten von Europaletten gibt es

Um den Tausch fair zu gestalten und gleichwertige Ladungsmittel miteinander tauschen zu können, wird zwischen mehreren Qualitäten unterschieden. Wie es bei Gebrauchsgegenständen der Fall ist, hinterlassen die Transportwege natürlicherweise auch Spuren an den Paletten. Folgende Qualitäten sind definiert:

  • neu: war noch nie in Gebrauch
  • neuwertig: wurde höchstens 2 Mal getauscht
  • gebraucht / tauschfähig: weisen Gebrauchsspuren wie Holzverfärbungen oder kleinere Absplitterungen auf
  • verbraucht / nicht mehr tauschfähig: kaputte Paletten
  • reparierte Paletten: zählen zur Kategorie «gebraucht / tauschfähig» und haben einen speziellen Nagel im Mittelklotz, der die Reparatur durch eine lizenzierte Werkstatt kennzeichnet.

Auch diese Unterscheidung trägt dazu bei, dass Tauschsystem der Europaletten zu stärken und für eine verlässliche Qualität zu sorgen.

Bei Fragen zur Palettierung von Gütern beraten Sie die MEDEWO-Profis gerne:

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