Gefahrgut – Mit Sicherheit gut verpackt

Beim Transport von Gefahrgut gibt es einiges zu beachten

Wer im 18. Jahrhundert in der Grafschaft Mark im heutigen Nordrhein-Westfalen einen Pferdekarren mit der Aufschrift «P» sah, musste vorsichtig sein: Hier wurde Schiesspulver transportiert! Aus einem einzigen Buchstaben sind über die Jahrhunderte aufwändige Codes aus Buchstaben und Zahlen sowie Etiketten in allerlei Farben geworden. Was hat es mit den Kennzeichnungen auf sich und worauf ist beim Verpacken von Gefahrgut zu achten?

Die Zeiten, in denen lediglich Schiesspulver als gefährliches Transportgut galt, sind längst vorbei. Allein in Deutschland wurden im Jahr 2013 laut einer Schätzung des Statistischen Bundesamtes fast 300 Millionen Tonnen Gefahrgut befördert – ob auf Strassen oder Schienen, auf dem Wasser oder in der Luft. Internationale Richtlinien für den Transport gab es schon Ende des 19. Jahrhunderts – zunächst für den Eisenbahnverkehr. Gerade nach dem Zweiten Weltkrieg wurden aber weitere Regelungen nötig. Zu sehr wuchs die Anzahl der gefährlichen Stoffe und Materialien und der internationale Handel nahm ebenso zu. So gibt es heutzutage verschiedene internationale Regelungen wie das ADR für den Strassenverkehr oder das RID für den Schienenverkehr. Auf die Einhaltung der Vorschriften achten Gefahrgutbeauftragte in den einzelnen Unternehmen.

Was ist Gefahrgut?

Die zahlreichen Vorschriften gelten für Stoffe und Gegenstände, die wegen ihrer Natur, Eigenschaft oder ihres Zustandes eine Gefahr für die Allgemeinheit sowie das Leben und die Gesundheit von Menschen, Tieren sowie Sachen bedeuten können, wenn sie befördert werden. Sie können beispielsweise ätzend, entzündlich oder giftig sein.

Eingeteilt werden die Gefahrgüter in mehrere Klassen – je nach der Art der Gefahr, die von ihnen ausgeht.

  • Klasse 1: Explosive Stoffe
  • Klasse 2: Gase
  • Klasse 3: Entzündbare flüssige Stoffe
  • Klasse 4.1: Entzündbare feste Stoffe, selbstzersetzliche Stoffe und desensibilisierte explosive feste Stoffe
  • Klasse 4.2: Selbstentzündliche Stoffe
  • Klasse 4.3: Stoffe, die in Berührung mit Wasser entzündbare Gase entwickeln
  • Klasse 5.1: Entzündend (oxidierend) wirkende Stoffe
  • Klasse 5.2: Organische Peroxide
  • Klasse 6.1: Giftige Stoffe
  • Klasse 6.2: Ansteckungsgefährliche Stoffe
  • Klasse 7: Radioaktive Stoffe
  • Klasse 8: Ätzende Stoffe
  • Klasse 9: Verschiedene gefährliche Stoffe und Gegenstände

Die Gefahrgutklasse ist auch auf dem Gefahrgut-Etikett vermerkt, das an der Verpackung angebracht wird.

 Gefährliche Güter werden in neun verschiedene Klassen eingeteilt

Jedem Gut ist darüber hinaus eine sogenannte UN-Nummer zugeordnet, die von einer Expertenkomitee der Vereinten Nationen festgelegt wurde. Diese wird beispielsweise auf einer Gefahrentafel am Transportmittel angegeben.

Wie wird Gefahrgut verpackt?

Für den sachgerechten Transport sind die Güter in sogenannte Verpackungsgruppen eingeteilt. Römische Zahlen von I bis III geben an, wie bedenklich das Gut ist – wobei von der Gruppe I eine hohe Gefahr ausgeht, während bei der Gruppe III eine geringe Gefahr besteht.

Passend zu den genannten Gruppen sind die Verpackungen durch drei Leistungsbuchstaben (X, Y, Z) gekennzeichnet. Während solche, die mit «X» ausgewiesen sind, für alle Güter verwendet werden können, bedeutet das «Z», das nur Güter der Verpackungsgruppe III, darin eingepackt werden dürfen.

Passend zu jeder Verpackungsgruppe werden den Verpackungen Leistungsbuchstaben zugewiesen

Dabei handelt es sich nur um eine erste Einteilung. Sofern die Verpackung für Gefahrgüter geprüft und zugelassen wurde, findet sich auf ihr der sogenannte UN-Code. Dieser gibt genaue Auskunft darüber, für welche Stoffe die Verpackung geeignet ist, in welchen Mengen das Gefahrgut befördert werden darf oder auch wer sie geprüft hat. Im Detail ist der UN-Code wie folgt aufgebaut:

Der UN-Code gibt Auskunft darüber, welches Gefahrgut in welcher Menge in der Verpackung transportiert werden darf

Die Gefahrgut-Kartons von MEDEWO wurden nach den internationalen Richtlinien für die Beförderung gefährlicher Güter entwickelt und geprüft. Neben dem «4G» für Kisten aus Pappe finden Sie bei den UN-Codes teilweise bei der Angabe des Wertstoffs ein «V». Dabei handelt es sich um eine Sonderverpackung, die eine zusätzliche Verwendung erlaubt, wie sie im Zulassungsschein beschrieben ist. So können in diesen Kartons unter anderem auch flüssige Stoffe transportiert werden, wenn die Schachtel mit einem Kunststoffsack mit einer Mindestdicke von 100 μm ausgekleidet ist und als Füllmaterial Vermiculite verwendet wird. Weitere Informationen finden Sie im entsprechenden Zulassungsdokument, das Ihnen bei den Artikeln zum Download bereit steht.

Erleichtert wird die Handhabung beim Verpacken durch die vorgedruckte Markierung für das Gefahrgut-Etikett. Zudem wird für die Herstellung der MEDEWO-Kartons Holz aus vorbildlich bewirtschafteten Wäldern verwendet, was die FSC®-Zertifizierung garantiert.

Ist die Ware in der Schachtel eingepackt, muss diese mit einem 75 mm breiten Filament-Selbstklebeband verschlossen werden. Dank einer Verstärkung mit Glasfasern weist das Klebeband eine extreme Reissfestigkeit auf. Unterschieden werden je nach Grösse drei Verschlussarten, wobei eine Skizze auf dem MEDEWO-Karton anzeigt, welche der drei gewählt werden muss.

Es gibt drei Arten, um einen Gefahrgutkarton zu verschließen

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